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Industriemetalle: Nickelpreistreiber Indonesien
Indonesiens Regierung wirkt wieder auf den Nickelpreis ein. Schon länger ist es das Bestreben der Politiker des asiatischen Inselreichs, die Nickelproduktion zu nationalisieren. Nun wollen sie die Produktion von höherwertigem Nickel fördern und die Steuererleichterungen für Produzenten von Nickel mit niedriger Qualität deutlich reduzieren.
Seit der Einführung der ersten Ausfuhrverbote von Nickelerzen hat in Indonesien ein Boom von Nickelroheisen eingesetzt. Das ist ein Nickelprodukt der sogenannten zweiten Klasse. Das kann in einem energieintensiven Prozess in Zwischenprodukte mit einem höheren Nickelgehalt umgewandelt werden. Indonesiens Regierung strebt aber an, die Produktion nachhaltiger zu gestalten, um so attraktiver für westliche Abnehmer zu sein.
Indonesien verfügt in erster Linie über Vorkommen von Nickel-Laterit-Erzen. Diese können zwar ebenso in höherklassige Zwischenprodukte umgewandelt werden. Doch auch die hier verwendete Technologie (HPAL) ist mit vergleichsweise höheren CO2-Austößen verbunden. Somit dürfte der Weg zu einer sicheren Versorgung mit Klasse 1 Nickel nicht einfach sein. Das dürfte den Nickelpreis auf mittlere bis längere Sicht anheben.
Der langfristige Aufwärtstrend bei Nickel ist intakt. Auf kurze Sicht droht allerdings charttechnisches Ungemach, sollte der Nickelpreis unter die Marke von 22.500 US-Dollar/t fallen. Dann liegt die nächste Kursunterstützung im Bereich der runden Marke von 20.000 US-Dollar/t. Aktueller Nickelpreis: 23.024 US-Dollar/t.
FAZIT:
Noch zeichnet sich bei Nickel keine Bodenbildung ab. Doch schon auf Sicht weniger Monate dürfte der Nickelpreis höher notieren. Auf dem aktuellen Level können Anleger erste Positionen aufbauen und diese bei einem Rutsch auf die Marke von 20.000 USD/t aufstocken. Dafür eignet sich ein ungehebeltes Nickel-ETC (Beispiel ISIN: GB 00B 15K Y21 1). Quelle: Stefan Ziermann, Fuchs-Kapital.