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André Tiedje: Die Elliott-Wellen Tradingstrategie (2)

Elliot-Wellen Andre Tiedje

André Tiedje ist Europas bekanntester Elliott-Wellen-Analyst. Schon viele Jahre beweist er sein Ausnahmekönnen als Trader. Er ist außerdem ein gefragter Redner und Interviewpartner vieler Börsenmedien und Finanzinstitutionen.

André Tiedje

Trader Andre Tiedje

Fachgebiet: Elliott-Wellen, Rohstoffe und Forex.

TEIL 2: DIE TRADINGSTRATEGIE VON ANDRÉ TIEDJE

DIE ELLIOT-WELLEN-THEORIE

Ich möchte Ihnen zunächst einmal die Theorie der Elliott-Wellen etwas näher bringen. Die EW-Analysemethode wird seit Langem dafür benutzt, um im Kursgeschehen immer wiederkehrende Muster und Gesetzmäßigkeiten anhand des optischen Eindrucks zu erkennen. Diese aus den Marktbewegungen resultierenden Eindrücke werden anschließend mit vordefinierten Mustern abgeglichen. Anhand des Wissens um diese Kursmuster ist es möglich, Aussagen über die zukünftige Marktentwicklung treffen zu können.

Die wichtigste Erkenntnis, unter dem die EW-Analysemethode zu betrachten ist, ist der Umgang mit den eigenen Emotionen beim Agieren an den Finanzmärkten. Schließlich geht die EW-Theorie in den meisten Fällen davon aus, dass Gier und Angst die Hauptantriebe für Kauf- und Verkaufsentscheidungen sind. Diese wechselseitigen Beeinflussungen drücken die Kursbewegungen in ein nachvollziehbares Entwicklungsschema. Letztendlich ist die Summe der Aktionen und Reaktionen der Marktteilnehmer verantwortlich für die entstehende Kursbewegung. Jeder Akteur muss sich dessen bewusst sein, dass er selbst ein Teil der Emotionen ist und sich somit den Gesetzmäßigkeiten des Marktes unterwirft. Der Markt, der immer recht hat, versucht mit unnachgiebigem Druck die Teilnehmer in dieses Verhaltensschema zu zwingen. Man muss die Kriterien für die Entstehung der Elliott-Wellen erkennen, um die eigenen Emotionen zu kontrollieren und abzubauen, damit der eigene Handelsprozess nicht gestört oder verfälscht wird.

Mit der EW-Methode ist es möglich, sich vom Spielball der Emotionen zu lösen, auch wenn dieses den meisten Marktteilnehmern gar nicht bewusst ist.

Das Elliott-Wellen-Prinzip spiegelt das psychische Verhalten der Marktteilnehmer wieder. Mit der Elliott-Wellen-Theorie kann die Marktstimmung anhand von immer wiederkehrenden Kursmustern gemessen werden. Die durch Nachrichten eingeflossenen Eindrücke auf die Marktteilnehmer werden durch das Kursverhalten in eine tatsächliche Marktmeinung reflektiert.

Die Bewegungen der Märkte spiegeln den Umgang privater und institutioneller Marktteilnehmer mit Finanzinformationen wider. In Entscheidungssituationen entstehen bei den Tradern und Anlegern oft Unsicherheiten, die dann systematische Fehler hervorrufen. Dieses menschliche Fehlverhalten der Marktteilnehmer verhindert den gewünschten Börsenerfolg. Es liegt in der menschlichen Natur, dass das Verlangen nach Sicherheit und Kontrolle vorhanden ist. Mit der EW-Technik besteht die Möglichkeit, dieses menschliche Fehlverhalten auszuwerten.

FAUSTREGEL: MARKTPSYCHOLOGIE IST DER ANTRIEB DES MARKTES

Je mehr Handelsvolumen in einem Basiswert enthalten ist, desto aussagekräftiger sind die Elliott-Wellen. Die Marktpsychologie ist der kurstreibende Faktor. R. N. Elliotts Theorie ist also eine detaillierte Beschreibung des Verhaltens von Finanzmärkten. Sie beruht darauf, dass das zyklische Schwanken der Massenpsychologie der Marktteilnehmer zwischen Optimismus und Pessimismus nach natürlichen Gesetzmäßigkeiten und in bestimmten Mustern erfolgt. Jedes Muster lässt Aussagen über die vergangene, derzeitige und zukünftige Position eines Marktes in einem Zyklus zu.

Wer sich eine Weile mit dieser Prognosemethode auseinandersetzt und nach langer Übungszeit einigermaßen beherrscht, der merkt, wie ihn die früher als so wichtig erachteten Nachrichten und Gerüchte völlig kaltlassen. Diese sogenannten »Fundamentals« sind letztlich auch wiederum nur eine Folge der massenpsychologischen Gesamtstimmung. Denken Sie an die vordergründigen, unlogischen, ständig wechselnden »fundamentalen« Erklärungen! Mal waren es die Zinsen, mal der Arbeitsmarkt, mal die steigende Inflation, mal die fallende Inflation, mal das Bruttosozialprodukt, mal das Handelsbilanzdefizit, mal dies und mal das, was die Aktien, die Anleihen, die Rohstoffpreise oder die Währungen bewegt haben soll. Das große Manko bei dieser Methode: Leider bekommt man erst nach einer Kursbewegung gesagt, was diesmal der Auslöser war. Und als potenzielle Gründe stehen Tausende zur Auswahl.

All diese »Fundamentals«, diese »externen Marktfaktoren«, sind nicht die Auslöser von Verhaltensänderungen bei den Marktteilnehmern, sondern sie sind die Folge eines bereits veränderten Verhaltens. Die Inflationsrate, als Beispiel, wird letztlich durch das Massenverhalten bestimmt, konkret in Form des Konsumverhaltens und der Neuverschuldungsbereitschaft der Wirtschaftsteilnehmer.


Die Meinung der Trader zu WH SelfInvest:


EINFÜHRUNG IN DIE ELLIOT-WELLEN-THEORIE

Die Psychologie und nichts anderes bestimmt jeden Markt zu jeder Zeit!

Und die Marktpsychologie der Marktteilnehmer richtet sich, wie alle vom Menschen geprägten Entwicklungen, nach unumstößlichen Naturgesetzen. Und diese Naturgesetze bestimmen den Verlauf, die Muster, die Proportionen und die zeitlichen Komponenten der Marktbewegungen. Ralph Nelson Elliott hatte (und hat) nur wenige ernsthafte Anhänger, die seine Theorie bis heute weitergetragen haben. Viele sagen: »Elliott-Wellen – kenn’ ich, hab’ ich auch mal ausprobiert, funktioniert aber nicht.« Ein solches Urteil kann man sich bei dieser komplexen Methode erst erlauben, wenn man sich viele Jahre, und zwar intensiv, damit auseinandergesetzt hat. Nach kurzfristigen Erfolgserlebnissen kommen sehr schnell die Enttäuschungen. Diese Phase muss man – und kann man – überwinden, wenn man hartnäckig dabei bleibt.

Es ist keineswegs so, dass man als geübter »Elliotter« nur noch perfekte Prognosen abgibt. Man erreicht aber ein erstaunlich gutes Chance-Risiko-Verhältnis, vorausgesetzt, man ist absolut konsequent und setzt nie »alles auf eine Karte«. Je nach Marktlage reagieren Informationsempfänger auf die jeweilige Nachrichtenlage unterschiedlich. Das heißt, dass eine positive Nachricht in einem Abwärtstrend eine komplett andere Reaktion bei den Marktteilnehmern auslösen kann als eine positive Nachricht in einem Aufwärtstrend. Die Reaktion der Marktteilnehmer auf eine positive Nachricht kann in einem Aufwärtstrend ein komplett gegensätzliches Kursverhalten als in einem Abwärtstrend bewirken. Anhand des Wellenprinzips lässt sich die nächste Bewegung mit der größten Wahrscheinlichkeit und dem geringsten Risiko erkennen. Preisbewegungen mit vermeintlichen Hoch- und Tiefpunkten resultieren aus Überreaktionen in Bezug auf Angebot und Nachfrage. Die daraus entstehenden Kursverlaufsstrukturen lassen sich in allen Zeitebenen beobachten.

Impulsmuster (Beschreibung)

Mithilfe der Elliott-Wellen-Theorie lässt sich das Marktverhalten in zwei Grundmuster einteilen, in Impuls- und Korrekturmuster.

Das Impulsmuster, auch Antriebsmuster genannt, kennzeichnet die bestimmende Kursbewegung. Diese Impulsbewegung ist der Ursprung eines jeden Trends. Eine Impulsbewegung besteht grundsätzlich aus fünf Wellen, die mit Ziffern (arabisch oder römisch) beschriftet werden. An das Ende von Impulswellen wird eine Zahl gesetzt. Drei dieser Wellen, nämlich die Wellen 1, 3 und 5 (siehe Abbildung 1 und 2), bringen die übergeordnete Grundrichtung der Trendbewegung hervor und werden mit dem Begriff Bullenmarkt bezeichnet. Die Wellen 1, 3 und 5 stehen in einem Fibonacci-Verhältnis zueinander, wobei sehr oft die Welle 3 in einem Ausmaß von 1,618 Prozent extensiert. Die Welle 3 ist also in der Regel 1,618-mal länger als die Welle 1. Die übergeordnete Trendrichtung wird jeweils durch zwei gegenläufige Korrekturbewegungen, nämlich die Wellen 2 und 4 (siehe Abb.1 und 2), dargestellt, sie werden mit dem Begriff Bärenmarkt in Verbindung gebracht. Diese beiden Korrekturwellen alternieren zueinander, sie weisen also unterschiedliche Korrekturvarianten auf, wobei die Welle 2 niemals ein Triangle sein darf. An das Ende einer Korrekturwelle wird ein Buchstabe gesetzt. Je nachdem, um welche Art von Korrekturmuster es sich handelt, finden unterschiedliche Buchstaben Verwendung. Alle Korrekturbewegungen (Welle 2 und Welle 4 in allen möglichen Graden) setzen sich aus den drei Grundtypen Flat, Zigzag und Triangle zusammen.

Das heißt, auch der Finanzmarkt kann sich nicht dem physikalischen Gesetz entziehen. »Was hoch geht, muss auch wieder runterkommen. Jede Aktion erzeugt eine Reaktion.«

Kursbewegungen werden in Trendphasen und Korrekturphasen aufgeteilt. Trendphasen zeigen die Hauptrichtung der Kursentwicklung, während zwischengeschaltete Korrekturphasen sich gegen den vorliegenden Trend bewegen.

Impulsmuster treten ebenso in den Unterwellen der Korrekturen auf. Im Zigzag treten Impulswellen in der Welle a und der Welle c auf. In einer Flat-Korrektur ist nur die Welle c ein Impuls, die Welle a des Flats ist dreiwellig (kein Impuls).

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Trend- und Korrekturphasen in einem Impulsmuster

Trendphasen werden durch drei dominierende Wellen bestimmt. Die Wellen werden mit 1, 3 und 5 bezeichnet. Die drei Wellen in Richtung des Trends sind Impulsbewegungen. Speziell die Welle 5 dient innerhalb der Elliott-Wellen-Theorie als Gewinnsicherungswelle. Im Anschluss an die Welle 5 wird die gesamte Bewegung korrigiert und man findet tradetechnisch dann häufig noch einmal günstigere Einstiegsgelegenheiten.

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Jede der drei Impulsbewegungen besteht in ihrer inneren Struktur aus fünf Unterwellen.

Hier handelt es sich um einen Aufwärtsimpuls. Die Wellen 2 und 4 bieten dem Trader antizyklische Einstiege mit fest definierbarem Stopplevel. Die Welle 3 ist entsprechend für Teilgewinnsicherungen geeignet und die Welle 5 für den Komplettausstieg. Das aktive Trademanagement ist unbedingt zu empfehlen, man ist dadurch jederzeit Herr der Lage und überlässt keine Entscheidung dem Markt, der letztendlich immer recht behält.

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Teil 1: Die Elliott-Wellen-Theorie verstehen und erfolgreich handeln

Teil 2: Die Elliott-Wellen Tradingstrategie

Teil 3: Die Elliott-Wellen Tradingstrategie



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